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Donnerstag, 17. Januar 2019

Unterhaltsberechnung: Wie wird der Kindesunterhalt für minderjährige Kinder berechnet?

Zur Ermittlung der Höhe des Unterhaltsanspruchs müssen Sie das monatliche Nettoeinkommen berechnen. Hiervon sind berufsbedingte Aufwendungen (zum Beispiel Fahrtkosten) und ggf. prägende oder unvermeidbare Schulden abzuziehen. Bei Arbeitern und Angestellten kann das Nettoeinkommen in der Regel problemlos aus den Lohnabrechnungen abgelesen werden. Geldwerte Vorteile wie die Nutzung eines Pkws sind ebenso zu berücksichtigen, wie ein dreizehntes oder vierzehntes Monatsgehalt. Bei Beamten sind die Aufwendungen für die Krankenversicherung in Abzug zu bringen. Steht Ihnen zur Berechnung das Jahresbruttoeinkommen zur Verfügung, können Sie aus dem Internet einen Brutto-Netto-Rechner zur Ermittlung des Monatseinkommens nutzen.

Hinweis:
Achten Sie darauf, dass sich die Lohnsteuerklasse des Unterhaltspflichtigen zu Beginn des auf die Trennung von Eheleuten folgenden Jahres ändert.

Beispiel:
Die Trennung der Ehepartner erfolgt zum 01.08.2012. Ab 01.01.2013 ist die Lohnsteuerklasse I zugrunde zu legen, mit der Folge, dass sich das Einkommen verringert.

Tipp:
Soweit der Unterhaltspflichtige in der Lage ist, den Mindestunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle für sämtliche Kinder zu zahlen, ist er berechtigt, bis zu vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres für zusätzliche Altersvorsorge aufzuwenden.

Beispiel für eine Unterhaltsberechnung:
Der Unterhaltspflichtige hat ein Netto-Einkommen von 2.400,00 €. Er muss für zwei Kinder (drei und sieben Jahre alt) Unterhalt zahlen.
Er zahlt für zusätzliche Rentenversicherung 70,00 € monatlich. Darüber hinaus macht er Fahrtkosten in Höhe von 50,00 € zum Arbeitsplatz geltend.

Bei einem Einkommen von 2.400,00 € wäre der Unterhaltsschuldner in die Einkommensgruppe 4. der Düsseldorfer Tabelle (2.301,00 - 2.700,00 €) einzuordnen. Sein Vorjahres-Bruttoeinkommen belief sich auf 38.000,00 €. Vier Prozent hiervon sind 1.440,00 €. Diesen Betrag kann er für die zusätzliche Altersvorsorge jährlich aufwenden. Tatsächlich zahlt er 70,00 € monatlich sowie 50,00 € berufsbedingte Aufwendungen. Von den mtl. 2.400,00 € Nettoeinkommen sind also 120,00 € in Abzug zu bringen. Für die Unterhaltsberechnung maßgeblich ist danach ein Einkommen von noch 2.280,00 €. Der Pflichtige ist in die Einkommensgruppe 3. gerutscht. Danach wäre folgender Unterhalt zu zahlen:

Für das erste Kind (Altersgruppe 0 - 5 Jahre) 349,00 € und für das zweite Kind (Altersgruppe 6 - 11 Jahre) 401,00 €. Von diesen Tabellenbeträgen ist das hälftige Kindergeld für jedes Kind in Abzug zu bringen. Zu zahlen hat der Unterhaltsschuldner sonach für das erste Kind 257,00 € und für das zweite Kind 309,00 €.