Sie sind hier: Unterhalt / Ehegattenunterhalt / Unterhaltsberechnung
Donnerstag, 17. Januar 2019

Die Berechnung des Ehegattenunterhalts – Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt (Nachscheidungsunterhalt)

Bei Unterhaltsansprüchen aus Anlass von Trennung und Scheidung wird oftmals die Frage nach einer Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit des Unterhaltsberechtigten relevant. Während des Getrenntlebens wird der Unterhaltsberechtigte spätestens nach Ablauf eines Jahres in zumutbarer Weise die bisherige Teilzeittätigkeit ausweiten oder erstmals eine Tätigkeit annehmen. Es gilt der Grundsatz der Erwerbsobliegenheit.

Sind aus der Ehe Kinder hervorgegangen, scheidet die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in den ersten 3 Lebensjahren des Kindes grundsätzlich aus. Nach sog. Billigkeitserwägungen kommt eine Verlängerung des Unterhaltsanspruchs in Betracht. Hierbei werden die Belange des Kindes ebenso berücksichtigt wie Kindesbetreuungsmöglichkeiten. Geht der Unterhaltsberechtigte trotzdem einer Tätigkeit nach, wird das daraus erzielte überobligatorische Einkommen teilweise und ggf. nach dem 3. Geburtstag des Kindes auch ganz angerechnet, wenn der Berechtigte die Tätigkeit bereits vor der Trennung ausgeübt hat